Was bedeutet eigentlich Überfettung? Und was ist der Unterschied zwischen Seifenleim und Seifenreife? Dieses Glossar erklärt wichtige Begriffe rund um handgemachte Seife und das Seifensieden. Es wächst mit neuen Fragen und Themen weiter.
Hinweis: Das Glossar dient der Orientierung. Beim Sieden mit Natriumhydroxid sind geeignete Schutzausrüstung, eine verlässliche Rezeptberechnung und sichere Arbeitsabläufe unverzichtbar.
A
Ätherisches Öl: Konzentrierter pflanzlicher Duftstoff. Nicht jedes ätherische Öl ist für Seife geeignet; Einsatzmenge und mögliche Allergene müssen berücksichtigt werden.
Aktivkohle: Fein gemahlenes, poröses Kohlenstoffmaterial, das Seife dunkel färben kann. Zu viel davon kann den Schaum verfärben.
Aloe vera: Pflanzlicher Zusatz, etwa als Saft oder Gel. Welche Eigenschaften nach der Verseifung erhalten bleiben, lässt sich nicht pauschal versprechen.
Andicken: Zunahme der Festigkeit des Seifenleims beim Rühren und während der beginnenden Verseifung. Rezeptur, Temperatur und Zusätze beeinflussen das Tempo.
Anwaschen: Erstes Benutzen einer Seife. Dabei wird die äußere Schicht nass und der Schaum entwickelt sich.
Aufleger: Dekoratives Seifenelement auf der Oberseite eines Stücks oder Blocks, im Unterschied zu einem eingebetteten Einleger.
Ausbluten: Wanderung eines Farbstoffs in benachbarte Seifenschichten oder in den Schaum. Die Eignung und Dosierung von Farben spielen dabei eine Rolle.
Ausformen: Herausnehmen der ausreichend festen Seife aus ihrer Form. Der passende Zeitpunkt hängt unter anderem von Rezeptur und Form ab.
Ausrüstung: Zum Sieden gehören geeignete Gefäße, eine genaue Waage und Werkzeuge sowie Schutzbrille, geeignete Handschuhe und Schutzkleidung für den Umgang mit Lauge.
B
Beduften: Zugabe eines geeigneten Duftstoffs zur Seifenmasse. Manche Düfte verändern das Verhalten des Seifenleims.
Beschleunigung: Unerwartet rasches Andicken des Seifenleims. Neben Duftstoffen können Temperatur und Rezeptur dazu beitragen.
Bienenwachs: Tierisches Wachs, das in kleinen Mengen zur Festigkeit einer Rezeptur beitragen kann. Sein hoher Schmelzpunkt beeinflusst die Verarbeitung.
Blitzbeton: Wenn Seifenleim plötzlich sehr schnell und stark andickt, sodass er sich kaum noch gießen oder gestalten lässt. Das kann zum Beispiel durch einen Duftstoff ausgelöst werden.
Blockform: Form, in die Seifenleim als größerer Block gegossen wird. Nach dem Ausformen wird der Block in Stücke geschnitten.
C
Chromoxidgrün: Mineralisches grünes Pigment. Für Seife muss die verwendete Qualität kosmetisch geeignet sein; eine sparsame Dosierung hilft, abfärbenden Schaum zu vermeiden.
Ciaglia-Methode: Verarbeitung fein zerkleinerter Seifenreste zusammen mit einer neuen Seifencharge. Dabei müssen die Laugenmengen für die neuen Fette korrekt berechnet werden.
Cold Process (CP): Verfahren, bei dem Öle und Fette mit einer Lauge verseift und in eine Form gefüllt werden, ohne den Seifenleim zusätzlich zu kochen.
D
Designseife: Seife, deren Gestaltung mit Farben, Schichten oder Mustern ein wesentliches Merkmal ist.
Dispergieren: Feinverteilen eines Pigments in einer geeigneten kleinen Menge Öl oder Wasser, bevor es in den Seifenleim kommt. Welche Flüssigkeit passt, hängt vom Pigment ab.
Dropswirl: Mustertechnik, bei der andersfarbiger Seifenleim in die Grundmasse gegossen wird und darin tropfenähnliche Formen bildet.
Duft fixieren: Versuch, einen Duft in Seife möglichst lange wahrnehmbar zu halten. Duftauswahl, Rezeptur und Lagerung spielen mit; eine dauerhafte Wirkung ist nicht garantiert.
Duftöl: Für den vorgesehenen Einsatz geeignetes Duftgemisch. Ob und wie viel davon in Seife verwendet werden darf, richtet sich nach den Angaben des Herstellers.
E
Einleger: Vorgeformtes Element, das in eine neue Seife eingebettet wird und im Anschnitt sichtbar sein kann.
Einzelform: Form für ein einzelnes Seifenstück; im Gegensatz zur Blockform ist meist kein Schneiden nötig.
Einschmelzen (Rebatching): Erneutes Verarbeiten bereits hergestellter Seife, meist nach dem Zerkleinern und vorsichtigen Erwärmen mit etwas Flüssigkeit. Das Ergebnis kann eine gröbere Oberfläche haben.
Emulsion: Feinverteilte Mischung aus Ölphase und wässriger Lauge. Beim Sieden sollte sich die Masse nach dem Vermischen nicht wieder in getrennte Phasen aufteilen.
Essig: Essigsäurehaltige Flüssigkeit, die manche Rezepturen als Zusatz verwenden. Ihre Säure reagiert mit Lauge und muss bei der Berechnung des Alkalibedarfs berücksichtigt werden.
F
Farben und Pigmente: Geeignete Zusätze zum Färben von Seife. Nicht jede Farbe bleibt in alkalischer Umgebung stabil oder ist für Kosmetik zugelassen.
Faux Funnel: Gießtechnik, bei der verschiedenfarbiger Seifenleim abwechselnd an einer Stelle eingefüllt wird und ringartige Muster entstehen können.
Fettphase: Die im Rezept verwendeten Öle, Fette und gegebenenfalls Wachse. Ihre Zusammensetzung beeinflusst unter anderem Härte und Schaum.
Fettsäuren: Bestandteile von Fetten und Ölen. Ihre Verteilung in einer Rezeptur beeinflusst unter anderem Härte, Löslichkeit und Schaum der fertigen Seife.
Flüssigfarben: Flüssige Farbmittel; ihre Eignung für Seife und Stabilität in alkalischer Umgebung sollten vor der Verwendung geprüft werden.
Flüssigseife: Meist auf Kaliumseife beruhendes flüssiges Waschprodukt. Sie benötigt eine andere Rezeptberechnung als feste Natriumseife.
Form: Behälter für frischen Seifenleim, etwa als Blockform, flache Form oder Einzelförmchen. Material und Größe beeinflussen die Verarbeitung.
G
Gelphase: Wärmebedingte Phase während der Verseifung, in der Seife vorübergehend durchscheinend wirken kann. Sie kann die spätere Optik verändern.
Gesamtfettmenge (GFM): Summe der im Rezept eingesetzten Fette und Öle. Prozentangaben für Zusätze beziehen sich häufig auf diese Menge, nicht auf das Gesamtgewicht der fertigen Seife.
Ghost Swirl: Muster in einer Seife mit gleicher Fettzusammensetzung, das durch unterschiedlich konzentrierte Laugenlösungen und daraus folgende optische Unterschiede entstehen kann.
Glycerin: Stoff, der bei der Verseifung von Fetten und Ölen entsteht und Wasser binden kann.
H
Haarseife: Gesiedete Seife zur Haarwäsche. Sie unterscheidet sich in Herstellung und pH-Wert von festen Shampoo-Bars mit synthetischen oder pflanzlich gewonnenen Tensiden.
Heißverseifung (Hot Process): Herstellungsweise, bei der der Seifenleim während der Verseifung zusätzlich erhitzt wird.
High Oleic: Bezeichnung für eine ölsäurereiche Variante eines Öls, etwa bei Sonnenblumenöl. Die Fettsäurezusammensetzung kann sich deutlich von der üblichen Variante unterscheiden und muss im Rezeptrechner passend ausgewählt werden.
Honig: Zuckerhaltiger Zusatz, der den Seifenleim stärker erwärmen und die Farbe verändern kann. Bei Honigseifen ist sorgfältige Temperaturkontrolle wichtig.
I
INCI: International standardisierte Bezeichnungen für Inhaltsstoffe kosmetischer Produkte. Sie stehen auf der Zutatenliste.
Isolieren: Warmhalten der frisch gegossenen Seife, um ihre Wärmeentwicklung und gegebenenfalls die Gelphase zu beeinflussen. Zuckerhaltige Rezepturen können dabei überhitzen.
J
Jojobaöl: Flüssiges Pflanzenwachs, das in Seifenrezepturen als Bestandteil der Fettphase verwendet werden kann.
K
Kaffee-Peeling: Seife mit fein dosiertem Kaffeesatz als mechanischem Peelingzusatz. Die Körnung beeinflusst, wie kräftig sich das Peeling anfühlt.
Kaltverfahren: Andere Bezeichnung für die Kaltverseifung: Öle und Lauge werden gemischt, ohne den Seifenleim anschließend gezielt zu erhitzen.
Kaliumhydroxid (KOH): Stark ätzendes Alkali, das für weiche oder flüssige Kaliumseifen verwendet werden kann. Es ist nicht grammgleich gegen Natriumhydroxid austauschbar.
Kaolin: Feine Tonerde, die als Zusatzstoff in Seife verwendet wird.
Kaltverseifung: Deutsche Bezeichnung für das Cold-Process-Verfahren.
Kastanienseife: Seife, bei der Auszüge oder Pulver der Rosskastanie eingesetzt werden. Ihre Zusammensetzung und Eignung als Kosmetikzutat sind gesondert zu prüfen.
Keratinseife: Seife mit keratinhaltigem tierischem Zusatz, etwa Wolle. Daraus lassen sich keine pauschalen Pflegewirkungen der fertigen Seife ableiten.
Kernseife: Traditionell durch Aussalzen gewonnene Seife, bei der sich Seifenbestandteile von einem Teil der wässrigen Phase trennen.
Knetseife: Formbare Seifenmasse, die etwa für kleine Dekorationen und Einleger genutzt wird.
L
Lanolin: Aus Schafwolle gewonnenes Wollwachs. Es ist tierischen Ursprungs und kann die Verarbeitung einer Seifenrezeptur beeinflussen.
Lauge: Beim Seifensieden die Lösung eines Alkalihydroxids in Flüssigkeit. Sie ist ätzend und muss mit geeigneter Schutzausrüstung gehandhabt werden.
Laugenunterschuss: Rechnerisch geringere Alkalimenge als für die vollständige Verseifung der eingesetzten Fette nötig wäre; oft als Überfettung bezeichnet.
Leimspur (Trace): Stadium, in dem die vermischten Öle und die Lauge einen sichtbar dickeren Seifenleim bilden.
M
Mantelseife: Seife mit einem anders gestalteten äußeren Mantel um einen inneren Kern; im Englischen auch Rimmed Soap genannt.
Marmorierung: Gestaltungstechnik, bei der unterschiedlich gefärbter Seifenleim Muster im Seifenstück erzeugt.
Mazerat (Ölauszug): Öl, in dem Pflanzenteile ausgezogen wurden. Für die Laugenberechnung ist das verwendete Trägeröl maßgeblich; Pflanzenfarbe und Duft überstehen die Verseifung nicht immer.
Milchseife: Seife, bei der Milch oder eine pflanzliche Milchalternative einen Teil der Rezeptflüssigkeit ersetzt. Zucker und Eiweiß können beim Sieden Wärme und Verfärbungen begünstigen.
Mischverseifung: Seifenherstellung mit Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid im selben Rezept. Beide Laugenmengen müssen getrennt und korrekt berechnet werden.
N
Natriumcitrat: Salz der Zitronensäure, das Calciumionen im Waschwasser binden und Kalkseifenbildung vermindern kann.
Natriumhydroxid (NaOH): Stark ätzender Ausgangsstoff für feste, aus Ölen und Fetten gesiedete Seife. Die benötigte Menge muss für jedes Rezept korrekt berechnet werden.
Natriumlactat: Natriumsalz der Milchsäure, das als Zusatz die Festigkeit und das Ausformen einer Seife beeinflussen kann. Es ist nicht dasselbe wie freie Milchsäure.
O
Öle und Fette: Rohstoffe, deren jeweilige Fettsäureprofile die Eigenschaften einer Seife wesentlich bestimmen. Auch bei ähnlicher Haptik sind sie im Rezeptrechner nicht beliebig austauschbar.
Ohne Palmöl: Hinweis auf eine Rezeptur ohne Palmöl. Die Eigenschaften von Palmöl müssen beim Ersatz durch andere Fette neu ausbalanciert und die Lauge neu berechnet werden.
Osterseife: Saisonale Seife mit österlicher Gestaltung, etwa in Ei-Form. Eine dekorative Form ändert nichts an den Anforderungen an Rezeptur und Produktsicherheit.
Oxide: Gruppe mineralischer Farbpigmente. Nur für Kosmetik geeignete Pigmente verwenden und ihre Stabilität in alkalischer Seife prüfen.
Ölsäure: Ungesättigte Fettsäure, die in verschiedenen Pflanzenölen vorkommt und deren Eigenschaften in Seife mitprägt.
P
Peeling: Mechanischer Effekt fein verteilter fester Zusätze, etwa gemahlener Pflanzenmaterialien. Die Körnung und Menge entscheiden, wie sanft oder kräftig sich die Seife anfühlt.
pH-Wert: Maß für den sauren oder alkalischen Charakter einer wässrigen Lösung. Echte Seife ist alkalisch; der pH-Wert allein zeigt nicht zuverlässig an, ob eine frisch hergestellte Seife sicher verwendet werden kann.
Pflege und Naturkosmetik: Sammelbegriff für kosmetische Produkte und deren Anwendung. „Natürlich“ allein ist weder ein Beleg für Verträglichkeit noch für eine bestimmte Wirkung.
Q
Qualitätskontrolle: Prüfung von Rezeptur, Rohstoffen und fertiger Seife, bevor ein Produkt in den Verkauf gelangt.
R
Ranzigkeit: Unerwünschte Veränderung von Fetten und Ölen durch Oxidation, die sich etwa durch Geruch oder Flecken zeigen kann.
Rebatching: Englische Bezeichnung für das erneute Einschmelzen und Formen bereits hergestellter Seife.
Reifezeit: Zeit nach dem Ausformen, in der eine kaltgesiedete Seife Wasser verliert und fester wird. Die nötige Dauer hängt von der Rezeptur ab.
Rizinusöl: Pflanzliches Öl mit hohem Anteil an Ricinolsäure, das in Seifenrezepturen häufig zur Unterstützung des Schaums eingesetzt wird.
Rote Seife: Rot gefärbte Seife; ob ein Farbstoff nach der Verseifung rot bleibt, hängt von seiner Stabilität in alkalischer Umgebung ab.
Rückfettung: Übliche Bezeichnung für den rechnerischen Laugenunterschuss. Sie ist nicht gleichbedeutend damit, dass ein bestimmtes Öl in kaltgesiedeter Seife unverändert erhalten bleibt.
S
Salzseife: Seife mit zugesetztem Salz im Seifenleim. Salz kann die Seife fest und beim Schneiden brüchig machen; Einzelformen sind oft praktisch.
Schaum: Beim Waschen entstehende Luftblasen in der Seifenlösung. Menge und Art hängen unter anderem von Rezeptur und Wasserhärte ab.
Schaumfette: Fette mit hohem Anteil an Fettsäuren, die in Seife reichlich Schaum bilden können, etwa Kokos- oder Babassuöl. Die gesamte Rezeptur bestimmt das Ergebnis.
Schichtseife: Seife, deren unterschiedlich gestaltete Seifenleime nacheinander in Lagen gegossen werden.
Schmierseife: Weiche Kaliumseife, oft für Reinigungszwecke hergestellt. Sie ist nicht automatisch für die Anwendung auf der Haut geeignet.
Schneiden: Teilen eines ausreichend festen Seifenblocks in einzelne Stücke. Zu frühes Schneiden kann verformen, zu spätes bei manchen Rezepturen zu Bruch führen.
Scrapen: Gestalten von Seifenschichten, indem noch formbare Seifenmasse mit einer Schablone gezielt abgezogen wird.
Seide: Tierische Faser, die manche Seifensiedende als Rezeptzusatz verwenden. Für vegane Seifen ist sie nicht geeignet.
Seifenleim: Mischung aus Fettphase und Lauge während der Seifenherstellung, bevor sie zur fertigen Seife geworden ist.
Seifenrechner: Ein Werkzeug zum Berechnen von Seifenrezepturen, insbesondere der benötigten Laugenmenge für die verwendeten Fette und Öle. Ich biete ihn für Kundinnen und Kunden in drei Versionen an: kostenlos, erweitert und als Vollversion. Die kostenlose Version berechnet Rezepte und zeigt eine Vorschau der Eigenschaften; die erweiterte Version bietet unter anderem das Speichern eigener Rezepte und eine Chargendokumentation. Die Vollversion ergänzt unter anderem Kostenkalkulation, Allergenberechnung und INCI-Deklaration. Berechnungen sollten vor dem Sieden sorgfältig geprüft werden.
Seifenreste verwerten: Saubere, geeignete Seifenreste lassen sich etwa als Dekoration in neuer Seife einsetzen oder durch Einschmelzen neu formen. Bei neuer Lauge ist eine eigene Rezeptberechnung erforderlich.
Seifenschneider: Werkzeug, mit dem Seifenblöcke gleichmäßig geteilt werden, beispielsweise Messer, Drahtschneider oder Mehrfachschneider.
Shampoo- und Duschbars: Feste Waschstücke auf Basis zugesetzter Tenside. Anders als gesiedete Seife entstehen sie nicht durch Verseifung von Ölen mit Lauge.
Shapen: Formgebung im noch weichen Seifenleim mithilfe einer Schablone oder eines Profils.
Soap Shaper: Schablonenwerkzeug für bestimmte Gestaltungstechniken mit Seifenleim; Form und Einsatz hängen vom gewünschten Muster ab.
Sodaasche: Heller, meist harmloser Belag auf der Oberfläche frisch gesiedeter Seife, der durch Reaktion mit Kohlendioxid entstehen kann.
Sole: Salzlösung, die als Teil der Flüssigkeit für eine Seifenrezeptur dienen kann. Salzgehalt und Vorgehen unterscheiden sich von einer Salzseife mit Salz im Leim.
Swirl: Muster aus verschiedenfarbigen Seifenleimen, die beim Eingießen oder mit einem Werkzeug ineinander bewegt werden.
T
Tenside: Waschaktive Stoffe, die die Oberflächenspannung von Wasser senken. Auch Seifenmoleküle wirken als Tenside.
Titandioxid: Weißes Pigment zum Aufhellen kosmetischer Produkte. In Seife wird es fein dispergiert; die Eignung und Kennzeichnung der verwendeten Qualität müssen geprüft werden.
Tonerde: Fein gemahlenes mineralisches Material, das unter anderem zum Färben von Seife verwendet wird.
U
Überfettung: Übliche Bezeichnung für den rechnerischen Laugenunterschuss einer Seifenrezeptur. Sie bedeutet nicht, dass ein bestimmtes Öl unverändert in der fertigen Seife verbleibt.
V
Vegan: Eine vegane Seife enthält keine Zutaten tierischen Ursprungs, also zum Beispiel weder Honig noch Milch, Lanolin oder Seide.
Verseifung: Chemische Reaktion von Fetten oder Ölen mit einem Alkali, bei der Seife und Glycerin entstehen.
Verseifungszahl: Kennwert dafür, wie viel Alkali zur Verseifung einer bestimmten Menge Fett oder Öl benötigt wird. Rezeptrechner berücksichtigen unterschiedliche Werte für verschiedene Öle.
W
Wasserhärte: Gehalt an gelösten Calcium- und Magnesiumionen im Wasser. Hartes Wasser kann die Schaumbildung beeinflussen und Kalkseife begünstigen.
Wasserreduktion: Geringere Flüssigkeitsmenge für die Lauge bei unveränderter Fett- und Alkalimenge. Sie kann Ausformen, Gelphase und Verarbeitung verändern.
Wildkräuter: Gesammelte oder angebaute Kräuter als mögliche Rezeptzusätze. Pflanzenmaterial muss eindeutig bestimmt, sauber und für die beabsichtigte kosmetische Verwendung geeignet sein.
X
Xanthan: Verdickungsmittel für manche Kosmetikformulierungen; kein notwendiger Bestandteil klassischer Stückseife.
Y
Ylang-Ylang: Duftgebendes ätherisches Öl aus Blüten. Bei Verwendung in Kosmetik sind Eignung, Einsatzmenge und Kennzeichnung zu prüfen.
Z
Zitronensäure: Säure, die bei geeigneter Berechnung zur Bildung von Citrat in Seifenrezepturen eingesetzt werden kann. Sie verbraucht einen Teil der Lauge und darf nicht ohne Neuberechnung ergänzt werden.
Zusatzstoffe: Bestandteile wie Tonerden, Farben oder Duftstoffe, die zusätzlich zur Grundrezeptur verwendet werden. Ihre Eignung für Seife muss geprüft werden.
Zucker: Rezeptzusatz, der die Schaumbildung beeinflussen kann. Zuckerhaltige Seifen können beim Sieden stärker erwärmen; die Menge muss zur Rezeptur passen.