Von Aprikosenkernöl bis Wildrose: Hier findest du jeden Rohstoff aus der Verseifungstabelle mit einem eigenen Abschnitt. Die genannten Prozentwerte sind typische Orientierungsbereiche bezogen auf die Gesamtfettmenge, keine gesetzlichen Grenzwerte und keine Garantie für ein gelungenes Rezept. Wirkung, Schaum und Festigkeit entstehen immer aus der gesamten Rezeptur. Das Herkunftsland eines konkreten Öls hängt vom Lieferanten ab; deshalb sind hier Pflanzen und bekannte Anbauregionen beschrieben, keine erfundenen Chargenländer. Fette sind Mischungen und besitzen häufig einen Schmelzbereich statt eines exakt einheitlichen Schmelzpunkts.

Aprikosenkernöl

Öl aus den Kernen der Aprikose, gewonnen durch Pressen und je nach Produkt weiter raffiniert. Als flüssiges Öl liefert es ungesättigte Fettsäuren; typisch sind etwa 5–15 % im Rezept. Die fertige Seife wird durch die gesamte Fettmischung bestimmt.

Arganöl

Öl aus Kernen des Arganbaums, der besonders in Marokko heimisch ist. Die Kerne werden gepresst; für Seife werden oft 3–10 % als Orientierungsbereich genannt. Eine spezielle Hautwirkung des fertigen Stücks folgt daraus nicht automatisch.

Avocadoöl

Öl aus dem Fruchtfleisch der Avocado, die in verschiedenen warmen Regionen angebaut wird. Es wird aus dem Fruchtfleisch gewonnen und kann zu einer ölsäurereichen Fettmischung beitragen. Typischer Rezeptanteil: 5–20 %.

Babassuöl

Fett aus den Kernen der in Südamerika vorkommenden Babassupalme. Es wird aus den Kernen gewonnen, ist bei Raumtemperatur meist fest und kann Schaum und Festigkeit fördern. Typischer Rezeptanteil: 15–30 %.

Baobaböl

Aus den Samen des afrikanischen Affenbrotbaums gewonnenes Öl. Es kann als Teil der Fettphase eingesetzt werden; die Eigenschaften der Seife hängen vom Gesamtrezept ab. Für die Laugenberechnung ist die genaue Qualität besonders wichtig, da Tabellenwerte auseinandergehen.

Bienenwachs, gebleicht

Tierisches Wachs aus Bienenwaben, nach der Gewinnung gereinigt und aufgehellt. Sein hoher Schmelzbereich verlangt passende Verarbeitung; kleine Mengen können Seife fester machen und den Leim beschleunigen.

Bienenwachs, natur

Aus Waben gewonnenes, gereinigtes Bienenwachs ohne farbliche Bleichung. Es ist kein Öl und verhält sich in der Verarbeitung anders als flüssige Pflanzenöle; die Seife kann fester werden und schneller andicken.

Borretschöl

Öl aus Borretschsamen. Es wird aus den Samen gepresst und enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren; frische Lagerung und Rezeptbalance sind wichtig. Typischer Rezeptanteil: 3–8 %.

Carnaubawachs

Hartes Pflanzenwachs von Blättern einer brasilianischen Palme. Die Blätter werden zur Wachsausbeute verarbeitet; wegen des hohen Schmelzbereichs erfordert es eine passende Verarbeitungstemperatur und kann die Festigkeit der Seife beeinflussen.

Distelöl

Aus Samen der Färberdistel gewonnen. Herkömmliche und ölsäurereiche High-Oleic-Varianten unterscheiden sich deutlich: für normales Distelöl werden oft 5–15 % genannt. Ein hoher Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren verlangt Aufmerksamkeit bei der Lagerung.

Erdnussöl

Aus den Samen der Erdnusspflanze gewonnenes Öl. Pressung und Raffination können variieren; als Fettphase beeinflusst es die Zusammensetzung der Seife. Bei Rohstoffen mit Erdnussbezug müssen Eignung und Kennzeichnung sorgfältig geprüft werden.

Granatapfelsamenöl

Öl aus den Samen des Granatapfels, der in mehreren warmen Regionen angebaut wird. Aus den kleinen Samen wird Öl gewonnen; sein Fettsäureprofil fließt in die Gesamtrezeptur ein, ohne eine bestimmte Wirkung der fertigen Seife zu garantieren.

Hanföl

Aus Samen des Nutzhanfs gewonnenes Öl. Es ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und deshalb bei Lagerung und Rezeptplanung empfindlicher als manche ölsäurereichen Öle. Häufiger Orientierungsbereich: 3–10 %.

Haselnussöl

Aus Haselnusskernen gepresstes Öl, das häufig viel Ölsäure enthält. Es kann als flüssiges Öl in einer ausgewogenen Seifenmischung dienen. Typischer Rezeptanteil: 5–15 %; hauttypbezogene Versprechen sind daraus nicht abzuleiten.

Himbeersamenöl

Öl aus den Samen von Himbeeren. Es wird aus den kleinen Samen gewonnen und enthält ungesättigte Fettsäuren. Sein Beitrag zur fertigen Seife hängt von Menge, Frische und den übrigen Fetten ab.

Johannisbeersamenöl

Öl aus Samen der schwarzen Johannisbeere. Die Samen werden zur Ölgewinnung verarbeitet; ungesättigte Fettsäuren machen die Lagerung relevant. Das Öl bestimmt allein weder Schaum noch Pflegeeigenschaften der fertigen Seife.

Jojobaöl

Aus Samen der Jojobapflanze gewonnenes flüssiges Wachs, botanisch in trockenen Gebieten Nordamerikas beheimatet. Es ist kein gewöhnliches Pflanzenöl. Häufig werden 3–8 % eingesetzt; bei der Berechnung die korrekte Rohstoffart wählen.

Kakaobutter

Fett aus den Samen des Kakaobaums, der in tropischen Anbaugebieten wächst. Kakaobohnen werden verarbeitet, um das feste Fett abzutrennen; es kann auch desodoriert werden. In Seife fördert es Härte und Formbeständigkeit, oft bei 5–15 %. Es schmilzt nicht bei einem für jede Charge identischen Punkt, sondern innerhalb eines temperaturabhängigen Bereichs.

Kokosöl

Fett aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss, gewonnen aus frischer Kokosnuss oder getrockneter Kopra und gegebenenfalls raffiniert. Kokospalmen wachsen in tropischen Regionen. Es macht viele Seifen fest und schaumfreudig, bei sehr hohem Anteil auch stark reinigend. Typischer Rezeptanteil: 15–30 %. Das feste Fett wird bei Wärme flüssig; die Übergangstemperatur hängt von der Qualität ab.

Kürbiskernöl

Öl aus Kürbissamen, gewonnen durch Pressen; Herkunft und Röstung können die Farbe beeinflussen. Es kann Seifen optisch mitprägen, doch die Farbe bleibt beim Sieden nicht zwingend gleich. Typischer Rezeptanteil: 3–10 %.

Lanolin

Tierisches Wollwachs, das beim Waschen von Schafwolle gewonnen und gereinigt wird. Es ist kein veganes Öl und kann die Verarbeitung und Haptik der Seife beeinflussen. Die Rezeptberechnung muss das konkrete Lanolin berücksichtigen.

Leindotteröl

Öl aus Samen des Leindotters, einer auch in Europa angebauten Pflanze. Es wird aus den Samen gepresst und enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren; seine Frische und die Balance der Gesamtseife sind relevant.

Leinöl

Aus Leinsamen gepresstes Öl. Der hohe Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren macht das Öl empfindlich gegenüber Oxidation. In Seife zählt es zur gesamten Fettmischung; einen Anteil sollte man daher mit Blick auf Haltbarkeit und Festigkeit planen.

Lorbeeröl

Seifenfett aus Früchten des Lorbeerbaums, der im Mittelmeerraum vorkommt. Es ist nicht das ätherische Öl aus den Blättern. Die Verarbeitung der Früchte und der konkrete Rohstofftyp beeinflussen Farbe, Geruch und Rezeptberechnung.

Macadamianussöl

Öl aus Macadamianüssen, gewonnen aus den Nusskernen. Der Baum wird in verschiedenen warmen Anbauregionen kultiviert. Als flüssiges Öl kann es die Fettmischung einer Seife ergänzen; häufig werden 5–15 % genannt.

Maiskeimöl

Öl aus den Keimen von Maiskörnern, oft nach weiteren Verarbeitungsschritten raffiniert. Es bringt ungesättigte Fettsäuren in die Gesamtformel ein; die Lagerstabilität sollte berücksichtigt werden. Typischer Rezeptanteil: 5–15 %.

Mandelöl

Öl aus süßen Mandeln, deren Bäume in mehreren warmen Regionen wachsen. Mandelkerne werden gepresst; Öl kann danach raffiniert werden. Als flüssiger Bestandteil beeinflusst es die Fettsäurebalance einer Seife. Typisch sind 5–20 %; eine garantierte Eignung für empfindliche Haut ergibt sich daraus nicht.

Mangobutter

Festes Fett aus Mangokernen, nicht dem Fruchtfleisch. Die Kerne werden verarbeitet, um das Fett zu gewinnen, das Seifen fester machen kann. Typischer Rezeptanteil: 5–15 %. Der Schmelzbereich hängt von der Produktqualität ab.

Mohnöl

Öl aus Mohnsamen, meist durch Pressung gewonnen. Die genaue botanische Art und Qualität sind bei der Auswahl wichtig. Sein Anteil ungesättigter Fettsäuren macht Lagerung und Balance der Seife relevant.

Nachtkerzenöl

Aus Samen der Nachtkerze gewonnenes Öl. Es enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren und sollte frisch und passend gelagert werden. Typischer Rezeptanteil: 3–8 %; medizinische Wirkungen der Seife werden damit nicht behauptet.

Olivenöl

Öl aus Oliven des Olivenbaums, der besonders im Mittelmeerraum angebaut wird. Gewinnung und Raffination unterscheiden sich je nach Produkt. Ölsäurereiche Seifen können längere Reife benötigen und entwickeln meist anderen Schaum als kokosölreiche Seifen. Im Schnellvergleich werden 40–70 % als typischer Bereich genannt; auch andere Rezepturen sind möglich.

Palmkernöl

Fett aus Kernen der Ölpalme, nicht aus ihrem Fruchtfleisch. Die Pflanze wird in tropischen Regionen kultiviert. Das Kernfett kann Seifen fest und schaumfreudig machen. Typischer Rezeptanteil: 15–30 %.

Palmöl

Fett aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme, gewonnen durch Verarbeitung der Früchte. Herkunft und Lieferkette sind bei der Produktauswahl wichtig. In Seife kann es Festigkeit und Formbeständigkeit fördern; häufig werden 20–30 % eingesetzt.

Pfirsichkernöl

Aus den Kernen von Pfirsichen gewonnenes flüssiges Öl. Es ergänzt die Fettphase; Härte, Schaum und Gebrauchseigenschaften ergeben sich aus allen Fetten zusammen.

Rapsöl

Öl aus Rapssamen, die auch in Europa angebaut werden. Herkömmliches Rapsöl und High-Oleic-Varianten unterscheiden sich; die Sorte gehört deshalb in die Rezeptplanung. Typisch für normales Rapsöl: 10–30 %. Die Stabilität der fertigen Seife hängt von der ganzen Rezeptur ab.

Reiskeimöl

Öl aus Keim und Randschichten von Reiskörnern, gewonnen bei der Verarbeitung von Reis. Es ergänzt eine Fettmischung und kann zur Struktur beitragen. Typischer Rezeptanteil: 10–25 %.

Rizinusöl

Öl aus Samen des Wunderbaums. Es wird aus den Samen gewonnen; eine kaltgepresste Variante ist möglich. Sein hoher Anteil an Ricinolsäure macht es für Schaum und Schaumstabilität interessant. Typischer Rezeptanteil: 5–10 %. Die Samen selbst sind nicht mit dem verarbeiteten Öl gleichzusetzen.

Sanddornkernöl

Öl aus Sanddornsamen, nicht mit Sanddorn-Fruchtfleischöl verwechseln. Der Strauch wächst in Europa und Asien. Das Öl bringt ungesättigte Fettsäuren in die Mischung; für eine konkrete Charge muss der passende Verseifungsfaktor sorgfältig geprüft werden.

Schwarzkümmelöl

Öl aus Samen des Echten Schwarzkümmels, nicht aus Kümmel. Die Samen werden gepresst; Eigengeruch und Fettsäureprofil können das Rezept prägen. Eine medizinische Wirkung der fertigen Seife ist damit nicht belegt.

Sesamöl

Öl aus Sesamsamen, die in verschiedenen warmen Regionen angebaut werden. Pressung und Raffination variieren. Als flüssiges Öl beeinflusst es die Fettmischung; häufig werden 5–15 % verwendet.

Sheabutter

Fett aus den Kernen des Sheabaums, der in afrikanischen Savannengebieten wächst. Nach der Gewinnung aus den Nüssen kann das Fett raffiniert werden. Es kann Seifen fester und den Schaum cremiger machen; typisch sind 5–15 %. Ein sehr hoher Anteil kann die Seife spröder machen.

Sojaöl

Öl aus Sojabohnen, die weltweit angebaut werden. Es wird aus den Bohnen gewonnen und oft raffiniert. Als Bestandteil der Fettphase bringt es ungesättigte Fettsäuren ein; typisch sind 5–15 %. Lagerstabilität und gesamtes Rezept beachten.

Sonnenblumenöl

Öl aus Sonnenblumenkernen. Herkömmliche und High-Oleic-Sorten haben unterschiedliche Fettsäureprofile und sollten nicht verwechselt werden. Für die herkömmliche Variante nennt der Schnellvergleich 5–15 %; ihre Lagerstabilität verdient Aufmerksamkeit.

Traubenkernöl

Öl aus Traubenkernen, einem Nebenprodukt der Weinherstellung. Es wird aus den Kernen gewonnen und enthält ungesättigte Fettsäuren. Typischer Rezeptanteil: 5–15 %; die Lagerung und der genaue Verseifungsfaktor sind zu beachten.

Walnussöl

Öl aus Walnusskernen, gewonnen durch Pressung und gegebenenfalls weitere Verarbeitung. Wegen ungesättigter Fettsäuren ist gute Lagerung wichtig. Typischer Rezeptanteil: 3–10 %.

Weizenkeimöl

Öl aus den Keimen von Weizenkörnern. Es wird aus dem Keim gewonnen und trägt zur Fettsäurezusammensetzung bei. Die Wirkung der fertigen Seife hängt von Rezept, Dosierung und Lagerung ab.

Wildrosenöl

Öl aus Hagebuttensamen verschiedener Rosenarten. Es wird aus den Samen gewonnen; die genaue Art und Herkunft können variieren. Das Öl enthält ungesättigte Fettsäuren und erfordert passende Lagerung, ohne der Seife automatisch eine besondere Hautwirkung zu verleihen.